Positive Zwischenbilanz des Projektes zur Halbzeit des Kulturhauptstadtjahres

Pressemeldung Juni 2010

Seit rund sechs Monaten fahren vollbesetzte Busse durch die Metropole Ruhr, die den Menschen besondere Wohnformen zeigen – von der typischen Zechensiedlungen, wie der Siedlung Eisenheim in Oberhausen bis hin zu modernen Architekturen wie dem GrugaCarree in Essen, gelungenen Experimenten, wie dem Schillerpark in Oer-Erkenschwick oder wieder entdeckten, umgebauten oder behutsam erneuerte Projekten, wie der ehemaligen Maschinenhalle Hasenwinkel in Bochum. Die Touren sind Teil des Kulturhauptstadtprojektes „Route der Wohnkultur“, das 58 bedeutende Wohnobjekte von Duisburg bis Hamm vorstellt. Die Projektkoordinatoren vom Büro Stadtidee aus Dortmund haben die Bustouren gemeinsam mit den Tourismusorganisationen der Portalstädte Duisburg, Oberhausen, Essen, Bochum und Dortmund entwickelt. Die Resonanz ist sehr gut. „Wir hatten an einigen Tagen Touren, bei denen aufgrund der großen Nachfrage drei Busse gefahren sind“, sagt Gaby Paluszak von DORTMUNDtourismus. Die Teilnehmer kämen hauptsächlich aus den angrenzenden Regionen, aber es seien auch Architekturfreunde aus dem gesamten Bundesgebiet dabei und gelegentlich Besucher aus dem Ausland. So zum Beispiel eine holländische Gruppe, die die Tour in Bochum gebucht hatte.

Zusätzlich zu den Bustouren werden auch Standortspaziergänge angeboten: Im Innenhafen Duisburg zeigt eine Tour den gelebten Strukturwandel, in Hattingen sind die Besucher zwischen Fachwerk und Moderne unterwegs und in der Hustadt wird Siedlungsarchitektur zu Beginn der 70er Jahre präsentiert. Einige Spaziergänge geben ganz besondere Einblicke in die jeweiligen Lebensräume und Geschichten, denn sie werden von den Architekten oder Bewohnern durchgeführt. So zeigt der Architekt Axel Koschany das von ihm entworfene GrugaCarree an der Messeallee in Essen-Rüttenscheid und präsentiert seine Ideen und umgesetzten Architekturkonzepte (6. Juli 2010). In der Siedlung Schüngelberg in Gelsenkirchen führt der Vorsitzende des Nachbarschaftsverein durch die im ausgehenden 19. Jahrhundert errichtete Bergarbeitersiedlung (13. August, 10. und 29. September, 8. Oktober).

„Ziel der verschiedenen Touren ist es, die ‚Route der Wohnkultur’ erlebbar zu machen und den Menschen die unterschiedlichen Wohnformen nahe zu bringen – den Fachleuten, die sich für das Thema interessieren, den Kulturhauptstadtbesuchern und den Bewohnern der Region“, sagt Lars Niemann, einer der Projektinitiatoren vom Büro Stadtidee. Er sei sehr froh über den großen Zuspruch aus der Bevölkerung der Metropole Ruhr. „Die Menschen interessieren sich für ihre eigene Geschichte und wollen Neues entdecken. Von August bis September 2010 findet der „Sommer der Wohnkultur“ statt. In diesem Zeitraum können bei den Touren auch einige Wohnungen von Innen besichtigt werden“, so Niemann weiter. Höhepunkt sei schließlich der „Tag der Wohnkultur“ am 19. September, an dem alle 58 Wohnobjekte geöffnet sind und an vielen Standorten Feste und Veranstaltungen stattfinden.

Wer unabhängig von den Touren die Wohnformen des Ruhrgebietes kennenlernen möchte, dem bietet der Katalog zu dem Projekt auf 256 Seiten ausführliche Informationen zu den einzelnen Objekten sowie Aufsätze zum Leben in der Metropole Ruhr. Schnelle und ausführliche Informationen auf einen Blick hingegen gibt die „Box der Wohnkultur“, die kostenlos bestellt werden kann. Darin befinden sich Informationskarten zu allen 58 Objekten sowie ein Spielplan mit einer Übersicht aller Touren und Veranstaltungen der „Route der Wohnkultur“. „Innerhalb weniger Wochen hatten wir 300 Boxbestellungen und auch der Katalog hat sich bislang gut verkauft. Dies und die positive Resonanz der Medien auf das Projekt zeigen, wie groß das Interesse an Einblicken in die gebaute und gelebte Wohnkultur ist“, sagt Thorsten Schauz, ebenfalls Projektinitiator von Stadtidee. „Ziel der „Route der Wohnkultur“ war und ist es, die verschiedenen Wohnkulturen der Region aufzuzeigen, zu dokumentieren und somit auf gewisse Weise zu bewahren. Durch das große Interesse und die bisher erstellten Medien ist hier schon ein großer Schritt getan und ein Erfolg zu verzeichnen“, so Schauz weiter. Er sei froh über die gute Zusammenarbeit mit den Projektpartnern, deren Unterstützung einen maßgeblichen Anteil am Gelingen und der Realisierung des Projektes darstelle.

Auch über 2010 hinaus, soll die Wohnkultur in der Metropole Ruhr erlebbar bleiben: einige Tourismusorganisationen möchten die Touren weiter anbieten und viele Objekte werden  dauerhaft als Teil der Route mit Informationstafeln markiert.