So wohnt das Ruhrgebiet – Projekte der Route der Wohnkultur

Die „Route der Wohnkultur“ zeigt im Kulturhauptstadtjahr die Architektur und Alltagskultur zwischen Duisburg und Dortmund

Die Margarethenhöhe in Essen, die Siedlung Eisenheim in Oberhausen, das Fliedner Dorf in Mülheim an der Ruhr, der Tossehof in Gelsenkirchen, der Hohenhof in Hagen, die Grachtenbauten am Innenhafen in Duisburg, die Altstadt in Hattingen – Wohnkultur in der Metropole Ruhr, Architektur und Siedlungsentwicklung, die Geschichte und Wandel dieser Region kennzeichnen. Das Kulturhauptstadt-Projekt „Route der Wohnkultur“ zeigt ausgewählte, bedeutende und markante Objekte in der Region und lädt die Besucher ein, die Menschen der Metropole Ruhr und ihre Alltagskultur kennenzulernen: in jedem der 58 Wohnobjekte wird eine Wohnung zu besichtigen sein.

Die endgültige Liste mit den beteiligten Objekten steht seit Anfang Dezember fest. An dem Entscheidungsprozess waren Stadtplaner, Architekten, Wohnungsunternehmen, Denkmalpfleger, das Ministerium für Bauen und Verkehr NRW, die RUHR.2010 GmbH, die Landesinitiative StadtBauKultur NRW und die einzelnen Kommunen beteiligt. Es gibt nicht nur die typischen Bergarbeitersiedlungen, sondern auch moderne Architektur, gelungene Experimente und wieder entdeckte, umgebaute oder behutsam erneuerte Wohnformen. Die einzelnen Objekte sind den Themenschwerpunkten Siedlung, Geschichte und Moderne, Urbanität sowie Demographie zugeordnet. Die „Route der Wohnkultur“ stellt neben dem Gebäude und seiner Einbindung in den Stadtkontext auch die Menschen vor, die dort leben, ihr Wohnumfeld, die Dichte und Mischung der Nachbarschaft sowie die Sozialstrukturen und die Fragen der Identität und Symbolik der Wohnform.

Während des Kulturhauptstadtjahres werden ausgehend von den Portalstädten Duisburg, Oberhausen, Essen, Bochum und Dortmund geführte Bustouren zu den umliegenden Objekten angeboten. Ebenfalls wird es zu festgelegten Terminen Spaziergänge in den einzelnen Siedlungen oder Stadtteilen geben. Im Zeitraum von Januar bis Juli und im November bis Dezember können die Wohnprojekte von außen besichtigt werden. Im Wohnkultur-Sommer von August bis Oktober beinhalten die Touren mindestens eine Wohnungsbesichtigung. Einen Höhepunkt stellt der Tag der Wohnkultur am 19. September 2010 dar, an dem alle 58 Siedlungen, Wohnungen und Wohngebäude von innen zu besichtigen sind. An diesem Tag werden zwischen Duisburg und Hamm Informationsveranstaltungen zum Wohnen, thematische Führungen, Veranstaltungen und Nachbarschaftsfeste angeboten.